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Abschiedsritual auf dem Friedhof?

Was sind denn Rituale

Das Lexikon sagt: „Ein Ritual (von lateinisch ritualis ‚den Ritus betreffend‘, rituell) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt.“. Soweit so gut. Da gibt es ja die verschiedensten Rituale, diese können religiös und auch weltlich geprägt sein. Ganz konkret ist beispielsweise eine Hochzeit, eine Taufe, eine Jugendweihe und auch ein Begräbnis ein Ritual.

Wie sieht das Ritual der Abschiedsfeier aus?

Ich möchte logischer Weise näher auf den Ritualanteil der Abschiedsfeier zu sprechen kommen. Wir kommen zusammen, erinnern uns, hören gemeinsam Musik. Bis dahin ist das Ritual „Abschiedsfeier“ sehr passiv für die meisten Anwesenden. In der Praxis bin bis dahin oft ich diejenige die spricht und führt. Dann gibt es noch einen aktiveren Teil: Die Verabschiedung selbst. Egal ob in der Trauerhalle oder am Grab. Nun werden Blumen oder Blüten abgelegt oder ins Grab gegeben. Es wird Sand gestreut, es gibt Verbeugungen, es gibt ganz persönliche laute oder leise Worte. Soweit so normal. Das kennen die meisten Menschen in diesem Rahmen.

Außergewöhnliche Abschiedsrituale

Was genau meine ich nun, wenn ich nach einem Abschiedsritual frage? Da geht es mir darum den Angehörigen „Mut zum Selbermachen“ zu geben.

Den Mut etwas zu wagen und das Lebensfest, die Abschiedsfeier ganz individuell auf die liebe verstorbene Person anzupassen.

Zum einen führt das dazu, dass die Feier besonders wird und lange in Erinnerung bleibt. Zum anderen führt es dazu, dass alle anwesenden mehr „Selbermachen“ können. Und das wiederum führt zu:

  • ins Handeln kommen – raus aus der Ohnmacht
  • an die typische Gewohnheit der verstorbenen Person denken – die Person ist plötzlich ganz nah
  • etwas tun zu können – über die Bewegung, das Greifen und Betätigen BeGREIFen

Das alles hat erwiesener Maßen einen positiven Einfluss auf die trauernden Menschen, auf die die auf dieser Erde bleiben und ohne ihren lieben Verstorbenen weiterleben müssen.

Was kann man da ganz konkret machen?

Im Detail können das die verschiedensten Handlungen sein.

  • Zum Beispiel das Bemalen oder Gestalten der Urne oder des Sarges. Man kann auch vor der Trauerfeier gemeinsam Wünsche auf den Sarg oder die Urne schreiben.
  • Man kann eine Kerze anzünden, um das Licht und die Hoffnung zu symbolisieren.
  • Man kann gemeinsam das liebste Lied der verstorbenen Person singen.
  • Man kann gemeinsam den von Ihr immer angesetzten Beerenlikör trinken, sein liebstes Bier an alle Anwesenden verteilen (zum zu Hause oder gleich trinken).
  • Man kann jeden bitten etwas in der Farbe zu tragen, die die Verstorbene immer an sich hatte.
  • Man kann gemeinsam Kaffeepulver statt Blüten ins Grab streuen.
  • Jedem einen Stein aus der Steine-Sammlung der verstorbenen Person schenken.
  • Oder oder oder

 


Der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist für mich nur: Es muss zur verstorbenen Person passen und die Angehörigen abholen, da wo sie stehen.

Sehr gerne berate ich auch Sie zu einem passenden Ritual. Sprechen Sie mich gern an.


Ein wundervolles Video zum Thema haben die Menschen von „Sarggeschichten“ erstellt: LINK

Herzliche Grüße Nelly Sawiaczinski